OFFENER BRIEF: Kulturdialog in Gefahr – Onlineportal Qantara.de erhalten!

11.9.2022

Bereits ab Anfang 2023 soll die Förderung des etablierten Online-Portals Qantara.de durch das Auswärtige Amt gekappt werden. Qantara (arab.: „Brücke“) hat sich seit 2003 als feste Größe im Kulturdialog mit der islamischen Welt etabliert.

Die verfügbaren fast 120.000 Artikel umfassen Themen von politischen Analysen zur MENA-Region über die Hip-Hop-Szene in Saudi-Arabien, die WM in Katar bis zum jüdisch-muslimischen Dialog. Alle Artikel erscheinen auf drei Sprachen, neben Deutsch auf Englisch und Arabisch. Es gibt praktisch kein kulturelles oder gesellschaftliches Thema, das hier nicht verhandelt wurde und wird. Und es gibt kein anderes Medium, das Sichtweisen aus der islamischen Welt tagesaktuell auf Deutsch liefert. Qantara stellt gerade in Zeiten, in denen die Debatten rund um die Region immer wieder durch Oberflächlichkeit und Stereotype geprägt sind, einen wirksamen und verbindenden Gegenpol der Verständigung dar.

Mehr als 300 namhafte Autorinnen und Autoren aus vierzig Ländern schreiben für die Seite. Dabei ist das Budget von Qantara, das von einem kleinen Team betrieben wird, mit 380.000 Euro/Jahr sehr überschaubar – vor allem angesichts der Reichweite, insbesondere in der arabischen Welt: Qantara ist in den sozialen Medien präsent, hat fast eine Million Facebook-Follower und 22.000 Email-Newsletter Abonnent*innen, darunter viele Expert*innen der Region. Täglich greifen mehr als 10.000 Menschen auf die Seite zu. Auch durch eine Evaluation des Auswärtigen Amts wurde die Reputation des Dialogportals in der Vergangenheit bestätigt.

Die Entscheidung des Auswärtigen Amtes, die Finanzierung von Qantara.de zu stoppen, kam für die Redaktion kurzfristig und überraschend. Für uns ist sie völlig unverständlich. Eine glaubwürdige und zuverlässige mediale Brücke zwischen Deutschland, Europa und den islamisch geprägten Ländern und Gesellschaften ginge verloren.

Bereits 2014 war die Fortführung des Projektes gefährdet. Damals erklärte das Auswärtige Amt: „Gerade in Krisenzeiten hat die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hohe Priorität.“ Qantara wurde erhalten. Das sollte heute umso mehr gelten. Es ist richtig, dass in Zeiten eines Krieges in Europa Mittel in die Unterstützung der Ukraine fließen. Aber eine Außenpolitik, die andere Krisen aus dem Blick verliert, wäre wenig vorausschauend und könnte fatale Folgen haben. Es ist kein Zufall, dass Qantara als Dialogprojekt nach den furchtbaren Attentaten des 11. Septembers entstanden ist.

Sachlicher Dialog und zuverlässige Informationen sind in heutigen Zeiten eines globalen Aufschwungs von Autokratien – auch im Nahen Osten und Nordafrika – nicht weniger wichtig. Qantara klärt auf, liefert Hintergründe, wirkt ausgleichend. Mit Qantara existiert so ein einmaliges Instrument der Auswärtigen Kulturpolitik mit enormem Echo in der islamisch geprägten Welt. Die Bundesrepublik Deutschland wäre nicht gut beraten, es aus der Hand zu geben. Wir fordern die Bundesregierung zur Rücknahme der Entscheidung auf, Qantara einzustellen und den Bundestag, eine dauerhafte, ausreichende und gesicherte Finanzierung von Qantara zu ermöglichen.

Liste der 100 Erstunterzeichnerinnen und – unterzeichner:

  1. „Adopt a Revolution“, für alle Mitarbeiter_innen, Berlin
  2. Taqi Akhlaqi, Schriftsteller, Afghanistan/Deutschland
  3. Prof. Dr. Katajun Amirpur, Professorin für Islamwissenschaft, Orientalisches Seminar
  4. Dr. Andrea Backhaus, Freie Nahost-Korrespondentin Beirut
  5. Dr. André Bank, Senior Research Fellow am GIGA German Institute for Global and Area Studies, Institute for Middle East, Studies, Hamburg
  6. Prof. Dr. Thomas Bauer, Professor für Arabistik und Islamwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  7. Petra Becker, Islam- und Politikwissenschaftlerin, Back on Track e.V.
  8. Prof. Dr. Samuel M. Behloul, Religionswissenschaftliches Seminar, Universität Luzern (Schweiz)
  9. Lale Behzadi, Professorin für Arabistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  10. Prof. Dr. Andreas M. Bock, Lehrstuhl für Unsicherheitsforschung, Präsident, Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, Berlin
  11. Kristian Brakel, Leiter des Türkei-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung, Istanbul
  12. Stefan Buchen, Journalist
  13. Prof. Dr. Johann Büssow, Lehrstuhl für Orientalistik (Arabistik/Islamwissenschaft), Ruhr-Universität Bochum
  14. Tsafrir Cohen, Geschäftsführer Medico International, Frankfurt
  15. Dr. Joseph Croitoru, Historiker und Journalist
  16. Prof. em. Dr. Hans-Georg Ebert, Professur für Islamisches Recht, Universität Leipzig
  17. Prof. a.D. Dr. Alexander Flores, Professor für Wirtschaftsarabistik, Hochschule Bremen
  18. Prof. Dr. Patrick Franke, Professor für Islamwissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  19. Prof. Dr. Ulrike Freitag, Direktorin des Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO), Berlin
  20. Prof. Dr. Albrecht Fueß, Fachgebiet Islamwissenschaft, Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS), Philipps-Universität Marburg
  21. Prof. em. Dr. Henner Fürtig, ehem. Direktor des German Institute for Regional and Global Studies (GIGA), Hamburg
  22. Karim El-Gawhary, Dienstältester deutschsprachiger Nahost-Korrespondent
  23. Prof. Dr. Jörg Gertel, Professur für Wirtschaftsgeographie und Globalisierungsforschung, Universität Leipzig
  24. Kai-Henning Gerlach, Islamwissenschaftler und Verleger, Gerlach Press, Berlin & London
  25. Prof. i.R. Dr. Hans Gebhardt, ehem. Direktor des Geographischen Instituts, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  26. Dr. Jannis Julien Grimm, Nachwuchsgruppenleiter am Zentrum für Interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung der Freien Universität Berlin
  27. Prof. Dr. Sebastian Günther, Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaft, Direktor des Seminars für Arabistik/Islamwissenschaft, Universität Göttingen
  28. Dr. Hannah-Lena Hagemann, Emmy Noether Junior Research Group Leader Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut
  29. Prof. Dr. Kai Hafez, Universitätsprofessor, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Erfurt
  30. Prof. Dr. Reza Hajatpour, Lehrstuhl für Islamisch-Religiöse Studien mit Systematischem Schwerpunkt, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; ehem. Präsident der Ostwestakademie: Akademie für ost-westlicher Dialog der Kulturen
  31. PD Dr. Julia Hauser, Privatdozentin, FB 05 Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel
  32. Dr. Sonja Hegasy, Stellvertretende Direktorin Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO), Berlin
  33. Stefan Heidemann, Professor of Islamic Studies, Sprecher des Asien Afrika Institutes Universität Hamburg, Asien Afrika Institut
  34. Dr. Sabine Hofmann, FU Berlin, Lehrbeauftragte
  35. Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Faculty of Theology, University of Copenhagen. Professor in Islamic and Qur’anic Studies
  36. Prof. em. Dr. Hans Hopfinger, Lehrstuhl Kulturgeographie (wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Nahen Osten), Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
  37. Prof. Dr. Annette Jünemann, Institut für Internationale Politik, Helmut Schmidt Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg
  38. Prof. Dr. Andreas Kagermeier, Professor für Freizeit- und Tourismusgeographie, Universität Trier; ehem. Sprecher des Arbeitskreises Tourismusforschung der Deutschen Gesellschaft für Geographie
  39. Prof. Dr. Katharina Kilian-Yasin, Professor for International Business for Engineers, School of Engineering, Pforzheim University
  40. Dr. Navid Kermani, habilitierter Orientalist und Autor, Köln
  41. Prof. Dr. Verena Klemm, Forschungsprojekt Bibliotheca Arabica, Sächsische Akademie der Wissenschaften Leipzig
  42. Prof. Dr. Michael A. Köhler, Deputy Director-General,  Professor for Europe and the Mediterranean,  Brussels and Bruges (Belgium)
  43. Dr. rer. soc. habil. Renate Kreile, em. Professorin für Politikwissenschaft und ihre Didaktik, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  44. Prof. (mso) Dr. Lene Kühle, Institut for Kultur og Samfund, Aarhus Universitet, Dänemark
  45. Prof. Ahmet T. Kuru, Director, Center for Islamic & Arabic Studies, San Diego State University
  46. Dr. Wolfram Lacher, Stiftung Wissenschaft und Politik
  47. Monika Lustig, Verlegerin, Edition Converso
  48. Prof. Dr. Meron Mendel, Frankfurt University of Applied Sciences und Direktor, Bildungsstätte Anne Frank
  49. Dr. Olaf Köndgen, Senior Manager of the Open Council of Europe Academic Networks (OCEAN), Europarat, Straßburg (Frankreich)
  50. Prof. Dr. i.R. Gudrun Krämer, former Head of the Institute of Islamic Studies; former Director of the Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (BGSMCS), Freie Universität Berlin
  51. Prof. Dr. Birgit Krawietz, Institut für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin
  52. Prof. Dr. Aymon Kreil, Department of Languages and Cultures, Ghent University (Belgium)
  53. Prof. Dr. Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt (ZEFAW), Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation e.V. (DAVO); President of the European Association for Middle Eastern Studies (EURAMES); Chair of the International Advisory Council of the World Congress for Middle Eastern Studies (WOCMES)
  54. Prof. Dr. Ralf Michaels, Direktor, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg
  55. Lana Mzhavia, Übersetzerin, Deutschland/Georgien
  56. Dr. Antonie Katharina Nord, Leiterin Bereich Internationale Zusammenarbeit Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
  57. Prof.Dr. Rachid Ouaissa, Centrum für Nah- und Mittelost-Studien, Philipps-Universitaet Marburg
  58. Prof. Dr. Hanna Pfeifer, Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Radikalisierungs- und Gewaltforschung, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt
  59. Prof. Dr. Johanna Pink, Orientalisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  60. Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag 2005 bis 2013
  61. Prof. Dr. Robert Pütz, Institut für Humangeographie, Universität Frankfurt a.M.
  62. Dr. Martin Riexinger, Lektor (Associate Professor), Institut for Kultur og Samfund Arabisk og Islamstudier, Aarhus Universitet, Dänemark
  63. Dr. Stephan Roll, Forschungsgruppenleiter Afrika und Mittlerer Osten, Stiftung Wissenschaft und Politik
  64. Dr. Werner Ruf, Prof. für Internationale Politik Universität Kassel i.R.
  65. Prof. Dr. Birgit Schäbler, Direktorin des Orient-Instituts Beirut; Professorin für Geschichte Westasiens, Universität Erfurt
  66. Prof. Dr. Oliver Scharbrodt, Professor of Islamic Studies, Centre for Theology and Religious Studies, Lund University (Sweden)
  67. Prof. Dr. Jens Scheiner,  Professur Islamwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens, Georg-Augustus-Universität Göttingen; Stellvertretender Vorsitzender der Sektion Islamwissenschaft der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG)
  68. Dr. Bente Scheller, Referatsleiterin Nahost- und Nordafrika, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
  69. Prof. Dr. Sabine Schiffer, Fachbereich Journalismus und Kommunikation, HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Frankfurt a.M.
  70. Prof. Dr. Christine Schirrmacher, Institut für Orient- und Asienwissenschaften, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  71. Prof. Dr. Irene Schneider, Seminar für Arabistik/Islamwissenschaft der Georg-August-Universität Göttingen; Vorsitzende der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V. (GAIR)
  72. Ulrich Schreiber, Internationales Literaturfestival Berlin
  73. Prof. Dr. Reinhard Schulze, Forum Islam und Naher Osten, Universität Bern
  74. Prof. ret. Dr. Wolfgang G. Schwanitz, Bernard Lewis Fellow at the Foreign Policy Research Institute, Philadelphia, PA (USA)
  75. Alexandra Senfft, Autorin, Nahost-Expertin
  76. Prof. Dr. Henning Sievert, Leiter der Abteilung Islamwissenschaft, Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  77. Mustafa Al-Slaiman, Übersetzer, Deutschland/Jordanien
  78. Prof. Dr. Martin Sökefeld, Institut für Ethnologie, Ludwig-Maximilians-Universität München; Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA)
  79. Prof. Dr. Udo Steinbach, Leiter des MENA Study Centre an der Maecenata Stiftung, Berlin; ehem. Direktor des Deutschen Orient-Instituts, Hamburg
  80. Prof Dr. Christian Steiner, Professor für Humangeographie, Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt
  81. Prof. Dr. Stephan Stetter, Professor for International Politics and Conflict Studies, University of the Bundeswehr Munich
  82. Prof. ret. Dr. Martin Strohmeier, Professor of Turkish and Middle Eastern Studies, University of Cyprus, Nicosia  (Cyprus)
  83. Jürgen Stryjak, Nahostkorrespondent ARD-Hörfunk
  84. Prof. Dr. Shabo Talay, Seminar für Semitistik und Arabistik, Freie Universität Berlin
  85. Prof. Dr. Alfons H Teipen, Professor of Religion and Co-Chair of Middle East and Islamic Studies IDM, Furman University, Greenville, SC, USA
  86. Dr. Dr. h.c. Silvia Tellenbach, Referatsleiterin i.R. Türkei/Iran/Arabische Staaten, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht Freiburg, Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für arabisches und islamisches Recht e.V.
  87. Prof. Dr. Serena Tolino, Director of the Institute for the Study of the Middle East and Muslim Societies, University of Bern (Switzerland)
  88. Stephan Trudewind, Verleger, Edition Orient
  89. Prof. Dr. Bülent Ucar, Professur für Islamische Theologie und Religionspädagogik, Universität Osnabrück
  90. Prof. Dr. Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst (im Pergamonmuseum), Berlin
  91. Stefan Weidner, Autor
  92. Dr. Isabelle Werenfels, Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten, Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin
  93. Charlotte Wiedemann, Reporterin und Buchautorin
  94. Kai Wiedenhöfer, Fotograf
  95. Dr. René Wildangel, Autor und Dozent, Thessaloniki
  96. Dr. Barbara Winckler, Akademische Oberrätin, Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  97. Dr.habil. Steffen Wippel, Wiss. Koordinator Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM), Tunis/ Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS), Philipps-Universität Marburg
  98. Prof. Dr. Eckart Woertz, Professor for Contemporary History and Politics of the Middle East, University of Hamburg; Director of the German Institute for Global and Area Studies, GIGA Institute for Middle East Studies, Hamburg
  99. Gerrit Wustmann, Schriftsteller & Journalist
  100. Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Arbeitsbereich Globalgeschichte, Universität Hamburg

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Islamische Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare

DLF-Kultur über Qantara.de als Brücke zur islamischen Welt: Publizistisches „Gegengewicht zur Propaganda“ vor dem Aus

Die mehrsprachige Online-Plattform Qantara.de steht vor dem Aus. Sie wurde gegründet, um den intellektuellen Dialog mit der islamischen Welt zu fördern. Sollte es dazu kommen, wäre das ein fatales Zeichen, meint Nahost-Expertin Isabelle Werenfels.

Das arabische Wort Qantara bedeutet Brücke. Eine solche Brücke will die Online-Plattform Qantara.de in die islamische Welt bauen. Nun könnte es für das vom Auswärtigen Amt finanzierte Medium, das es seit 2003 gibt, ums Ganze gehen. Der Redaktion wurde mitgeteilt, die Finanzierung in Höhe von jährlich 380.000 Euro werde Ende des Jahres komplett eingestellt. Auf eine Pressenachfrage erklärte das Auswärtige Amt hingegen, das sei noch keine beschlossene Sache.

Ein Aus des Dialogprojekts würde jedenfalls ein falsches Zeichen setzen, erklärt Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Man könnte dadurch den Eindruck gewinnen, Deutschland sei diese Region nicht mehr so wichtig. „Das ist aber de facto nicht der Fall. Wir haben gerade gesehen, dass Frau Baerbock in Marokko war. Aber ich fürchte, dass das so interpretiert werden könnte“, sagt die Nahost-Expertin.

Dialog in beide Richtungen 

Autoritäre Regierungen in der Region würde das Ende von Qantara.de allerdings weniger stören, weil das Portal „Ideen in die Region hinein und aus der Region heraus trägt, die sonst nicht mehr so oft anzutreffen sind“, sagt Werenfels.

Auf dieser Plattform können Journalisten, Akademiker und Personen aus der Zivilgesellschaft zu Themen publizieren, über die sie oftmals in ihrer Heimat sonst nicht schreiben können. Aber nicht nur das. Auch deutsche oder europäische Sichtweisen zu bestimmten Themen finden über Qantara.de ihren Weg in die arabophone Welt.

Gegengewicht zu Propaganda

„Das heißt, Quantara setzt ein Gegengewicht zu Propaganda, zu ideologischen Artikeln, Verschwörungstheorien – zu all dem, was in der Region verbreitet ist. Und dazu muss man sagen, dass gerade Desinformation und Propaganda in den vergangenen drei, vier Jahren einfach exponentiell zugenommen haben. Es hat bestürzende Niveaus erreicht – und es ist manchmal schwierig, überhaupt noch herauszufinden, was Fakt ist bei einem Artikel.“

Ende 2014 stand das Projekt schon einmal vor dem Aus, wurde aber nach einer Evaluation weiterbetrieben. „Da kann man davon ausgehen“, erklärt Werenfels, „dass dem Ganzen dann doch positive Seiten abgewonnen werden konnten“. Sie weist darauf hin, dass die Plattform vor allem Multiplikatoren in der Region erreiche und Klickzahlen hier ein falscher Indikator für die Wichtigkeit der Plattform seien.

Public Diplomacy 

Aber vor allem sei Qantara.de ein wichtiges Instrument der Public Diplomacy, sagt Werenfels – „und gerade jetzt, wo der Fokus so stark auf der Ukraine, der östlichen Nachbarschaft liegt, ist es ganz wichtig, in die Region hinein zu signalisieren, dass auch diese Region für Deutschland noch wichtig ist. Und zu übersetzen, was deutsche Politik im Moment macht, und deutsche Debatten für die Region verständlich zu machen – auch die Debatten, in denen es um die Ukraine geht.“

Das Interview der DLF-Kultur mit Isabelle Werenfels können Sie hier hören.

Lesen Sie auch:

Aktion #rettetqantara auf Twitter

Mehr zur Debatte um die Zukunft von qantara.de

Auswärtiges Amt stoppt Finanzierung für Islam-Dialogplattform

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Islamische Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die Süddeutsche Zeitung: Qantara.de steht zum Entsetzen von Nahost-Experten vor dem Aus

– „Das Onlineportal Qantara.de, das seit fast 20 Jahren niveauvoll und anschaulich über Debatten und Themen der islamischen Welt informiert, bekommt gar kein Geld mehr und steht zum Entsetzen von Nahost-Experten vor dem Aus.“ 

Mehr auf der SZ vom 5.9.2022.

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

DLF-Kommentar: Auswärtige Kulturpolitik als Weltverbesserungsmission

Von den Kürzungsplänen im Auswärtigen Amt ist auch die westlich-islamische Dialogplattform Qantara betroffen. Eine schlechte Idee, findet Islamwissenschaftler Stefan Weidner: Baerbocks Außenpolitik setzt insgesamt eher auf Konfrontation statt Dialog.

„Am härtesten trifft es die Webseite qantara.de. Qantara mit Q, wie das arabische Wort für Brücke, wurde in Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 gegründet. Die auf Deutsch, Arabisch und Englisch erscheinende Seite ist im Lauf von zwei Jahrzehnten zum Leitmedium für Infos und vertieften Gedankenaustausch zwischen Westen und Islam, Mitteleuropa und der arabischen Welt geworden. Die Redaktion ist unabhängig und kann aus Deutschland Beiträge in die arabische Welt hineinspielen, die sonst nie dort erscheinen würden. Der Etat beläuft sich zwar nur auf 380.000 Euro. Aber während Goethe-Institut und der DAAD die Kürzungen überleben werden, wird qantara.de wohl eingestellt werden müssen.

„Eine verantwortungsbewusste auswärtige Kulturpolitik bestände in diesen Tagen darin, Qantara, Goethe und DAAD besser auszustatten, nicht schlechter – und zwar so gut, dass sie mit der medialen Offensive und den Fake News der russischen Propaganda endlich konkurrieren können – und zwar weltweit.

Baerbock sonnt sich in außenpolitischen Idealvorstellungen und großen, weltbewegenden Themen, verliert aber dabei den Blick für das, was sie mit ihren bescheidenen Mitteln tatsächlich Gutes leisten könnte, etwa in der auswärtigen Kultur- und Medienpolitik. Abgesehen davon läuft das Pathos der Weltverbesserung permanent Gefahr, außerhalb von Europa als übergriffig, ja als typisch westliche Überheblichkeit aufgefasst zu werden.“ 

Den Kommentar „Baerbocks gefährliches Pathos Auswärtige Kulturpolitik als Weltverbesserungsmission“ vom 10.9.2022 können Sie hier hören.

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Islamische Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Frankfurter Rundschau: Renommiertes Dialog-Portal „Qantara.de“ droht das Aus

Das Außenministerium will der renommierten Plattform die Fördermittel streichen. Stiftungen, Wissenschaft und Medienschaffende reagieren entsetzt.

Das Auswärtige Amt will offenbar die Förderung für das angesehene Onlineportal Qantara.de ab 2023 komplett einstellen. Das würde das Aus für die Plattform bedeuten, die sich seit fast 20 Jahren dem Dialog mit der arabisch-islamischen Welt verschrieben hat, kritisch die Lage von Menschenrechten und Demokratie in der Region kommentiert und Autor:innen zu Wort kommen lässt, die in ihrer Heimat nicht frei schreiben können. Wissenschaftler:innen, Medienschaffende und Vertreter:innen politischer Stiftungen reagierten entsetzt auf die Streichungspläne.

Es geht, angesichts eines Ministeriums-Etats von in diesem Jahr 7,1 Milliarden Euro, nicht um sehr viel Geld: Rund 360 000 Euro steckt das Ministerium derzeit noch in Qantara.de, das von der Deutschen Welle betrieben wird.

Die Förderung müsse „aus Spargründen“ wegfallen, wurde dem Beirat mitgeteilt, wie die FR erfuhr. Eine Anfrage dazu ließ das Ministerium zunächst unbeantwortet. Im Beirat sitzen das Goethe-Institut und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).

Startseite: Qantara.de als Brücke zur islamischen Welt.

Qantara.de kann Meinungen beeinflussen

Ein kleines Projekt, aber ein großer Verlust. Das meint etwa die Wissenschaftlerin Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik und nennt den Maghreb als Beispiel: „In Algerien und Marokko gibt es kaum noch Plattformen für freie, nicht ideologisch gefärbte Berichterstattung. Da ist eine Plattform wie Qantara.de immens wichtig, weil sie Inhalte und Perspektiven bereitstellt, die sonst fehlen würden“, sagt sie der FR. Das Magazin werde von Multiplikator:innen stark wahrgenommen und könne vor Ort Meinungen beeinflussen, auch weil die Texte in den Ländern weiter gestreut würden.

Schwuler Imam kommt zu Wort

Möglich wird das, weil die Fachartikel, deren Zahl in die Tausende geht, ins Arabische und Englische übersetzt werden – das kann ein Interview mit einem schwulen Imam sein, die Sicht eines islamischen Reformdenkers wie Fehmi Jadaane oder eine Analyse über das Versagen arabischer Eliten. Themen, die in den Medien vor Ort wenig bis keine Chancen haben. 300 Autor:innen aus 50 Ländern schreiben für die Plattform, entsprechend groß ist die Themenbreite.

Fassungslos reagieren denn auch Stiftungsvertreter:innen auf die schlechten Nachrichten. „Sehr kurzsichtig“, schreibt Richard Probst von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kairo auf Twitter: „In unserer alltäglichen Arbeit in der Region erleben wir, dass mehr Dialog und Kenntnisse übereinander notwendiger denn je sind.“ Nahostkorrespondent Karim El-Gawhary lobt Qantara.de in einem offenen Brief an Außenministerin Annalena Baerbock als hochangesehenes Debattenforum und das „beste Schaufenster Deutschlands in der arabischen Nachbarschaft“.

Weiterlesen auf der Frankfurter Rundschau

Lesen Sie auch:

Aktion #rettetqantara auf Twitter

Mehr zur Debatte um die Zukunft von qantara.de

Maghreb-Forscherin Isabelle Werenfels im Gespräch mit DFL-Kultur

Auswärtiges Amt stoppt Finanzierung für Islam-Dialogplattform

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Pressemitteilung des Auswärtigen Amts: Weitere Förderung von Qantara.de

Der Intendant der Deutschen Welle und das Auswärtige Amt haben sich heute auf eine Fortführung der gemeinsamen Anstrengungen für den interkulturellen Dialog verständigt. 

Erscheinungsdatum: 26.09.2014

Dabei im Vordergrund steht die Weiterentwicklung von Qantara.de im Licht der Ergebnisse der im vergangenen Jahr erfolgten Evaluierung. Eine Einstellung der Förderung von Qantara.de zum Jahresende steht jedenfalls nicht zur Debatte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Reformislam | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

FAZ über die Zukunft von Qantara: Berlin will Brücke in die arabische Welt nun doch weiter fördern

Aufatmen bei den Machern der anerkannten Islam-Plattform am Rhein: Das Auswärtige Amt will Qantara.de nun doch nicht wie diskutiert zum Jahresende einstellen.

Drei Wochen nachdem das Auswärtige Amt den Beirat der Dialogplattform Qantara über das drohende Aus informiert hatte, gibt es nun gute Nachrichten aus dem Hause Frank-Walter Steinmeiers. „Der Intendant der Deutschen Welle und das Auswärtige Amt haben sich heute auf eine Fortführung der gemeinsamen Anstrengungen für den interkulturellen Dialog verständigt“, teilte die Pressestelle am Werderschen Markt am Freitagabend mit.

Ein „glaubwürdiges Instrument der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands“: Qantara.de

Ein „glaubwürdiges Instrument der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands“: Qantara.de

„Im Vordergrund“ stehe dabei „die Weiterentwicklung von Qantara.de im Licht der Ergebnisse der im vergangenen Jahr erfolgten Evaluierung“. Die waren durchweg positiv, wie FAZ.NET vergangene Woche berichtete: „Hohe Wertschätzung und Anerkennung als mediale Brücke zwischen Deutschland, Europa und der islamischen Welt“ bescheinigte das Evaluierungsteam der von Chefredakteur Loay Mudhoohn in Bonn mit großem persönlichem Engagement geleiteten Internetplattform. Es sei ein „glaubwürdiges Instrument der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands“. Artikel auf faz.net lesen..

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Allgemein, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Kulturdialog | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

IslamiQ: Auswärtiges Amt will Qantara weiterentwickeln – Zukunft dennoch ungewiss

Das Auswärtige Amt hat Spekulationen über eine Einstellung der Förderung von Qantara zum Jahresende zurückgewiesen. Man wolle gemeinsam an einer Weiterentwicklung von Qantara arbeiten, wurde nach einer Sitzung mit dem Intendanten der Deutschen Welle mitgeteilt.

IslamiQ, 26.9.2014

Das Onlineportal Qantara wird nicht zum Jahresende abgeschaltet. Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, und das Auswärtige Amt haben sich am Freitag auf eine Fortführung der „gemeinsamen Anstrengungen für den interkulturellen Dialog“ verständigt, teilte das Auswärtige Amt mit. Im Vordergrund stehe dabei die Weiterentwicklung von Qantara im Licht der Ergebnisse einer im vergangenen Jahr erfolgten Evaluierung.

Berlin will Brücke doch weiter fördern_Faz 29_9_2014

Das mehrsprachige und preisgekrönte Online-Magazin Qantara.de fördert den interkulturellen Dialog und schlägt eine seriöse und kompetente Brücke zur islamischen Welt.

Das Auswärtige Amt stellte klar: „Eine Einstellung der Förderung von Qantara zum Jahresende steht jedenfalls nicht zur Debatte.“ Die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik habe gerade in Krisenzeiten hohe Priorität. „Dies gilt angesichts aktueller Entwicklungen insbesondere für den arabisch-islamischen Raum“, so das Auswärtige Amt. Auch deshalb habe Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beschlossen, die Unterstützung für Syrien im akademischen Bereich „massiv auszubauen“ und von 2015 an mit bis zu 3 Millionen Euro jährlich zu fördern. Artikel weiterlesen

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Auswätige Kulturpolitik, Dialog mit der islamischen Welt, Reformislam | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

NDR über die Irritationen um Qantara . Auswärtige Kulturpolitik: heute hü, morgen hott

„Also was denn nun?! Erst heißt es auf „faz.net„, die Bundesregierung wäre dabei eine Brücke in die arabische Welt einzureißen. Drei Tage später dann das Dementi des Auswärtigen Amts auf „Spiegel Online“, mit einem klaren Bekenntnis zum Brücken bauen: kulturpolitische Maßnahmen in der islamischen Welt hätten hohe Priorität. Außenminister Frank-Walter Steinmeier stehe zu „Qantara“. Quantara – was bitte? Eins nach dem anderen!

Bundesregierung will angeblich finanzielle Förderung einstellen

„Qantara.de“ ist eine Plattform, die seit elf Jahren über Politik, Kultur und Gesellschaft mit weitestgehendem Bezug zum Islam berichtet – fundiert, kritisch, jenseits von Klischees. Noch dazu in Deutsch, Englisch und Arabisch. Der Name spricht für sich, denn „Qantara“ ist das arabische Wort für „Brücke“. Das Projekt wurde 2003 als kulturpolitische Maßnahme initiiert, um zum „Dialog mit der islamischen Welt“ beizutragen. Es wird vom Auswärtigen Amt finanziert.“ Artikel weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Interview mit Stefan Weidner: Wie wichtig ist Qantara.de als Brücke zur islamischen Welt?

Ein Gespräch mit dem Übersetzer und Autor Stefan Weidner im Deutschlandradio Kultur vom 22.09.2014

Wie wichtig ist Qantara.de als Brücke zur islamischen Welt?

cropped-banner_qantara_hoche_aufl_sung_welle_hintergrund-21.jpgDas Internetportal Qantara.de steht für Essays und Artikel jenseits der Islam-Klischees. Jetzt soll offenbar die finanzielle Förderung durch das Auswärtige Amt eingestellt werden. Doch die Schließung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ein Interview mit Stefan Weidner

Moderatorin: Unsere Frage des Tages in der Sendung Kompressor beschäftigt sich heute mit Qantara. Qantara ist das arabische Wort für „Brücke“, und das ist auch der Name des mehrsprachigen Internetportals, das eine Brücke in die islamische Welt sein will, mit immerhin 350.000 Followern und vielen prominenten Autoren. Finanziert wird das Portal der Deutschen Welle durch Mittel des Auswärtigen Amtes. Jetzt ist durchgesickert, dass die Förderung Ende des Jahres auslaufen könnte. Qantara stünde damit vor dem Aus. Unsere Frage des Tages lautet deshalb: Warum ist Qantara als Brücke zur Islamischen Welt so wichtig? Und die Frage gebe ich gleich weiter an den Autor und Literaturkritiker Stefan Weidner. Weiterlesen

Veröffentlicht unter #RettetQantara, Allgemein, Dialog mit der islamischen Welt | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

IslamiQ: Deutsche Welle hofft auf Fortführung von Qantara

IslamiQ am 26. September 2014: „Das Online-Projekt Qantara wird nicht zum Ende des Jahres eingestellt. Davon geht der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, aus. Dennoch droht dem Projekt langfristig das Ende, wenn keine Lösung gefunden wird.

Das bekannte Online-Portal Qantara, dass zum Dialog mit der islamischen Welt beitragen will, soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. So jedenfalls der Eindruck, der in den vergangenen Tagen in verschiedenen Medien vermittelt wurde. Nach einem Dementi aus dem Auswärtigen Amt, das Qantara hauptsächlich finanziert, hat sich auch der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, zum Thema geäußert.“ … Artikel weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Anne Fromm TAZ: Die Brücke bröckelt

TAZ am 25. September 2014: „Die Internetseite „Qantara.de“ fördert den Dialog mit islamischen Autoren. Nun will das Auswärtige Amt die Finanzierung „anpassen“.

Hohe Qualität Rund 1,7 Millionen Seitenaufrufe hat Qantara im Monat

Die Unruhe begann mit einem Text auf faz.net vor vier Tagen: Der Kairo-Korrespondent der Zeitung, Markus Bickel, wollte exklusiv erfahren haben, dass das Auswärtige Amt plane, die Förderung für das Internetportal Qantara.de zum Ende des Jahres einzustellen. Für Qantara wäre das das Aus: Die Webseite über den arabischen Raum wird bisher ausschließlich vom Auswärtigen Amt gefördert. „Berlin reißt Brücke zur arabischen Welt ein“, schrieb Bickel.

In den sozialen Medien schlug sofort große Aufregung los. Auf Twitter und Facebook empörten sich Journalisten und Leser: Gerade in einer Zeit wie dieser, wo Dschihadisten und der „Islamische Staat“…“ Den Artikel weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Trialogprojekt „Café Abraham“ und Muslimisch Jüdisch Christliches Forum unterstützen Aktion #RettetQantara

cropped-banner_qantara_hoche_aufl_sung_welle_hintergrund-21.jpg

Das Trialogprojekt Café Abraham aus Erlangen, bei dem sich Juden, Christen und Muslime regelmäßig zu Diskussionen treffen unterstützt die neue Aktion #RettetQantara. Dazu meldete sich El Hadi Khelladi, Dialogbeauftragter beim Rat Muslimischer Studierender & Akademiker (RAMSA), Core Team Member der Muslim Jewish Conference und Vorsitzender der Muslimischen Studierendengemeinschaft Erlangen (MSG), der ebenfalls Ansprechpartner beim Café Abraham ist. Außerdem wird die Aktion vom Muslimisch Jüdisch Christlichen Forum (MJCF) unterstützt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Severin Weiland SPON: „Drohende Kürzungen: Steinmeier steht zu Islam-Internetauftritt“

SPON am 23.September.2014: „Die Seite Qantara.de widmet sich dem Dialog mit dem Islam. Das Auswärtige Amt dementiert jetzt Gerüchte, die jährliche Förderung werde eingestellt. Es gehe aber um finanzielle Anpassungen, stellt das Ministerium von Frank-Walter Steinmeier klar. Berlin – Die kulturpolitische Szene in Deutschland, die sich mit dem Islam beschäftigt, ist derzeit besorgt: Das Auswärtige Amt könnte die Förderung der Internetseite Qantara.de einstellen, wurde befürchtet. Und das gerade jetzt, wo mit den Krisengebieten im Irak, Syrien, dem Aufkommen des IS mehr denn je Bedarf nach hintergründiger Information besteht.“ … Den Artikel weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Deutsch Türkisches Journal: „Angesehenes Internetportal Qantara vor dem Aus“

„350 000 Follower und 70 000 Artikel im Archiv scheinen für das Auswärtige Amt kein ausreichender Grund zu sein, das Internetportal Qantara weiter zu fördern. Mit Ende des Jahres könnte die Plattform damit vor dem Aus stehen.

Zukunftsangst bei der Redaktion des Internetportals „Qantara“ (=„Brücke“): Wie aus dem Auswärtigen Amt durchgesickert ist, soll die Finanzierung des Projekts durch die öffentliche Hand nur noch bis Ende des Jahres sichergestellt sein. Dies wurde in weiterer Folge auch dem Beirat mitgeteilt…“ Den Artikel weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen